Wie neugeboren durch Fasten
Sich zurückziehen vom Alltagsstress, Einkehr halten, zur Ruhe kommen, sich auf sich selbst besinnen, einfach und aus sich selbst leben – immer mehr Menschen in unserer Leistungsgesellschaft spüren in sich ein tiefes Bedürfnis nach solch einer Lebensweise, und wenn es auch nur im Urlaub möglich wäre. Und auf der suche nach dieser Entspannung stürzen sich die Stressgeplagten in eine Vielzahl von sogenannten „Wellness-Angeboten“, in denen sie lernen sollen, sich wohlzufühlen.
Dabei gibt es eine ganz einfache Methode, sich neu zu entdecken, gleichzeitig auch noch abzunehmen, zu entschlacken, den Körper zu entlasten, ohne einen teuren Urlaub buchen zu müssen – nämlich das Fasten.
Essen und Nichtessen sind wie Wachen und Schlafen, wie Spannung und Entspannung; sind wie Pole, zwischen denen sich menschliches Leben ereignet.
Was ist Fasten?
Fasten ist eine naturgegebene Form des menschlichen Lebens.
Fasten bedeutet, dass der Organismus durch innere Ernährung und Eigensteuerung aus sich selbst leben kann.
Fasten ist eine Verhaltensweise von selbständigen Menschen, die sich frei entscheiden können.
Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, seine Seele und seinen Geist.
Fasten ist die beste Gelegenheit, in Form zu bleiben oder wieder in Form zu kommen.
Außerdem hilft es jedem Menschen, seine Lebensweise zu ändern, falls das nötig ist.
Was ist Fasten nicht?
Fasten ist nicht Hungern.
Fasten hat nichts zu tun mit Entbehrung und Mangel.
Fasten bedeutet nicht: weniger essen.
Fasten bedeutet nicht: Abstinenz von Fleisch am Freitag; das wäre nur Verzicht.
Fasten ist nicht Schwärmerei von Sektierern.
Fasten muß nicht unbedingt mit Religion zu tun haben.
Die 5 Grundregeln des Fastens:
Nichts essen – für eine, zwei oder mehr Wochen, nur trinken: Tee, Gemüsebrühen, Obst- oder Gemüsesäfte- und Wasser, mehr als der Durst verlangt.
Alles weglassen, was nicht lebensnotwendig ist:
Nikotin und Alkohol in jeder Form, Süßigkeiten und Kaffee; Medikamente, soweit entbehrlich- auf jeden Fall aber Entwässerungstabletten, Appetitzügler und Abführmittel.
Sich vom Alltag lösen: Weg vom Terminkalender und Telefon, Verzicht auf Illustrierte, Radio, Fernsehen. Statt Reizüberflutung von außen- Begegnung mit sich selbst; statt sich der Steuerung von außen zu unterwerfen- sich der Innensteuerung überlassen.
Sich natürlich verhalten: Das tun, was dem Körper guttut, wonach der Körper verlangt. Der Erschöpfte soll sich ausschlafen, der Bewegungsfreudige soll wandern, Sport treiben, schwimmen. Das tun, was Spaß macht!
Alle Ausscheidungen fördern: Den Darm regelmäßig entleeren, die Nieren durchspülen, schwitzen, abatmen, Haut und Schleimhäute pflegen.
Fastenformen:
Man unterscheidet verschiedene Arten des Fastens:
Wasserfasten – gutes Quell- oder Mineralwasser, 1 ½ -2-3 Liter pro Tag.
Null-Diät – Wasserfasten mit Gabe von Vitaminen und Mineralien.
Teefasten – dreimal am Tag 2 Tassen Tee aus verschiedenen Kräutern – ohne Honig. Wasser zwischendurch.
Schleimfasten – für Magen- und Darm-Empfindliche besonders geeignet.
Rohsäftefasten – 3- bis 5mal täglich 1 Glas frischgepressten Obst- oder Gemüsesaft, dazwischen Wasser.
Molkefasten – 1 Liter Molke, über den Tag verteilt, ergänzt durch Kräutertees und Frischpflanzensäfte
Buchinger-Fasten – Kräutertees, heiße Gemüsebrühen, Obst- und Gemüse-Säfte. Als die abwechslungsreichste Fastenform hat sich das Buchinger.Fasten als die geeignetste Form des selbständigen Fastens bewährt.
Welchen Gewinn erreicht man durch Fasten?
Fasten ist die beste Möglichkeit, aus dem Zuviel unserer konsumbetonten Zeit herauszufinden; maßvoll essen und sinnvoll genießen zu lernen.
Fasten als Hilfe zur Lösung aus der Abhängigkeit von Medikamenten und Genußmitteln.
Fasten zur Entstauung und Entspeicherung von verschlacktem Gewebe, das gleichzeitig schmerzfrei wird und sich „wohlig“ anfühlt.
Fasten führt zu schöner Haut und zur Straffung aller Bindegewebe.
Fasten als eines der wenigen, erfolgreichen biologischen Entgiftungsmittel in einer schadstoffbelasteten Umwelt.
Fasten zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem für die Wechseljahre der Frau, für die „midlife-crisis“ des Mannes.
Fasten im Hinblick auf das Altern – es kann das biologische Altern nicht verhindern, vermag aber vorzeitige Alterungsvorgänge aufzuhalten.
Fasten als Frühheilverfahren gewinnt zunehmende Bedeutung in einer Zeit, in der es möglich wurde, Risikofaktoren für ernste Krankheiten (Übergewicht, Diabetes mellitus, zu hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Arterienverkalkung, um nur einige zu nennen) frühzeitig zu erkennen.
Fasten als klinisches Heilfasten – die wirkungsvollste und ungefährlichste Behandlungsmöglichkeit bei ernährungsabhängigen Stoffwechselerkrankungen. Dr. Buchinger sagt vom langen Fasten, es sei ein „königlicher Heilweg“ für viele akute und chronische Krankheiten. Dies kann jeder Fastenarzt aus eigener Erfahrung bestätigen.
Wer darf selbständig fasten?
Jeder, der sich für gesund und leistungsfähig fühlt, der sich zutraut, Disziplin zu halten und Verzicht zu üben.
Wie kann ich am besten fasten?
Am leichtesten fastet es sich in einer Gruppe von Gleichgesinnten. Ausgesprochen anregend kann das Fasten werden, wenn es sich dabei um Freunde handelt. Die Gruppe sollte sich regelmäßig treffen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam etwas unternehmen. In einer Fastengemeinschaft vervielfachen sich Erfahrungen, verdichten sich zwischenmenschliche Beziehungen und gedeiht gegenseitige Hilfe. Für die Fastenwoche kann ein fastenerfahrener Arzt/Ärztin zu Rate gezogen werden oder die Gruppe von einer Fastenleiterin begleitet werden.
Entdecken Sie sich neu! Machen Sie es, wie viele Menschen es tun: Packen Sie die Gelegenheit zum Fasten beim Schopf – oder planen Sie ein Kurzzeitfasten fest ein, einmal, zweimal im Jahr.
Für den Einstieg in ein Erstfasten brauchen Sie etwas Mut und die Lust, Neues zu entdecken. Und Sie brauchen Ruhe, Geborgenheit und Wärme, um diese Zeit wirklich nutzen zu können.
Gönnen Sie sich diese außergewöhnliche Erfahrung!
